Wiraqocha

Veröffentlicht: 9. November 2011 in Rezensionen
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Wiraqocha vom Sit Down! Verlag kam dieses Jahr zur Spiel 2011 raus. Aufgrund der interessanten Bilder und Infos im Vorfeld, habe ich es vorbestellt und den Kauf nach den ersten Testpartien bei weitem nicht bereut – im Gegenteil: Wiraqocha ist ein tolles Ärgerspiel, das vom Spielaufbau entfernt an die Siedler von Catan erinnert. Allerdings geht es in diesem futuristischen Spiel um den Abbau des Stoffs „Somnium“, der auf Wiraqocha überall zu finden ist.

Der Spielplan besteht wie bei den Siedlern aus zufällig aneinander gelegten Hex-Felder, die den Dschungel und das Gebirge von Wiraqocha darstellen. Jeder Spieler hat verschiedene „Charaktere“ in Form von runden Holzsteinen, die es auf dem Spielplan zu platzieren und vor allem dort vor den Mitspielern zu schützen gilt.

Welche Felder man erreichen kann, wird durch Würfel bestimmt. Zu Beginn startet jeder Spieler mit drei Würfeln. Die einzelnen Hexfelder sind zum einen mit den Zahlen von 1 – 12 beschriftet, zum anderern gibt es 6 Felder mit den entsprechenden Paschs (1er- bis 3erpasch) und 4 Felder mit den (mit drei Würfeln) möglichen Straßen (1-3, 2-4, 3-5, 4-6). Um einen Charakter dort zu platzieren muss man die entsprechenden Zahlen erwürfeln. Das heißt, die Felder von 2-6 kann man mit einem Würfel erreichen, die Felder von 7-12 und die Paschfelder mit (mindestens) 2 Würfeln und die Straßenfelder mit drei Würfeln.

Im Laufe des Spiels können die Spieler durch besetzen entsprechender Felder weitere Würfel dazubekommen, die sie am Anfang ihres Zuges mitwürfeln können.

Der Zug eines Spielers gliedert sich in 3 Phasen: 

1. Die Vorbereitungsphase

In dieser Phase wird bestimmt, wie viele Würfel ein Spieler in seinem Zug erhält, ob er Ressourcen bekommt und er kann einen Zeppelin durch einen beliebigen anderen Spielsein ersetzen.

2. Die Aktionsphase

 Zu Beginn der Aktionsphase würfelt der Spieler die zuvor bestimmte Anzahl an Würfel. Die so geworfenen Augen kann er verwenden um eine Figur auf dem Spielplan zu platzieren. Dabei gibt es allerdings eine wichtige Regel zu beachten: Wenn ein Feld nicht an ein eigenes besetztes Feld angrenzt, darf es nur von einer Figur besetzt werden, die sich bereits auf dem Spielplan befindet. Nur wenn das Feld an ein eigenes besetztes Feld angrenzt, darf eine Figur aus dem Vorrat darauf gesetzt werden. Zudem können Gebirgsfelder zunächst nur von Zeppelinen besetzt werden, die dann in der Vorbereitungsphase des nächsten Zuges durch andere Figuren ausgetauscht werden können.

Eine weitere, sehr wichtige Funktion der Würfel ist der Angriff, bzw. die Verteidigung. Da ein Gegner ein eigenes besetztes Feld ohne Verteidigung einfach selbst besetzen kann und meine Figur dann auf den „Friedhof der Maschinen“ wandert, ist es äußerst sinnvoll, seine Felder mit einem Verteidigungswürfel zu schützen. Liegt auf einem Feld ein Verteidigungswürfel, muss der Gegner zusätzlich zu dem entsprechenden Zahlenwert des Feldes auch noch einen Angriffswürfel mit einer höheren Zahl als dem Verteidigungsfeld benutzen.

Außerdem hat man noch viele andere Aktionsmöglichkeiten, z.B.

  • Ressourcen einsetzen, um das Würfelergebnis einzelner Würfel nach oben oder unten zu korrigieren
  • Somnium einsetzen um einen zusätzlichen Würfel zu erhalten
  • Einen Mitspieler bestehlen
  • Eine Erfindung oder ein Gebäude kaufen
  • Figuren vom Friedhof der Maschinen zurückkaufen

Die Spieler haben folgende Figuren zur Auswahl:

  • Das Basislager (1x): Zwingend notwendig zum Somnium-Abbau, hat einen automatischen Verteidigungswürfel von 5
  • Der Entdecker (2x): Kann als einziger die Artefakte einsammeln
  • Der Zeppelin(2x): Kann als einzige Figur direkt ins Gebirge fliegen und dort durch beliebige andere Figuren ersetzt werden
  • Der Bohrer (2x): Trägt zur Somnium-Produktion bei

Auf dem Spielplan gibt es verschieden Arten von Feldern:

  • Somnium-Adern: Plaziert der Spieler hier seinen Bohrer erhält er pro Runde 1 Somnium
  • Würfel-Felder: Plaziert der Spieler hier einen beliebigen Spielstein, erhält jede Runde einen zusätzlichen Würfel
  • Ressourcen-Felder (mit 1 oder 2 Ressourcen): Platziert der Spieler hier einen beliebigen Spielstein, erhält er die aufgedruckte Anzahl Ressourcen
  • Ruinen: Platziert der Spieler hier einen Entdecker, erhält er, sofern er der erste war, eines der 4 Artefakte

3. Die Nachbereitungsphase

Hier erhält der Spieler Somnium, falls seine Bohrer entsprechend platziert sind.

Das Spiel kann auf 3 Arten gewonnen werden:

  1. Man sammelt eine bestimmte Menge Somnium (z.B. 9 Somnium im 3 Spieler Spiel)
  2. Man kauft für eine bestimmte Menge Ressourcen Erfindungen und Gebäude
  3. Man sammelt alle 4 Artefakte ein

Fazit:

Durch die verschiedenen Siegmöglichkeiten und die verschiedenen Elemente, die ineinandergreifen, ist jede Partie anders. Die Erfindungen und Gebäude greifen elementar ins Spielgeschehen ein, da sie einem Spieler z.B. zusätzliche Figuren oder Ressourcen  generieren oder gar ganze Felder dauerhaft zerstören oder schützen können.

Durch die gegenseitigen Angriffe ist sehr viel, sehr gemeine Interaktion gegeben, bei der man höllisch aufpassen muss, nicht die Verteidigung zu vernachlässigen. Da im Spielverlauf alle siegentscheidenden Gegenstände (Erfindungen, Somnium, Artefakte) von den Mitspielern gestohlen werden können, kann man nie sicher sein, den Sieg schon in der Hand zu halten. Wir haben Wiraqocha zu dritt mehrmals gespielt und uns köstlich amüsiert! Das Spielmaterial überzeugt durch schöne Grafik und Holzfiguren.

Wer gerne mal ein futuristisch-fiktives Thema bespielen möchte und dabei Wert auf Interaktion liegt, ist mit Wiraqocha sehr gut bedient. Wer sich allerdings leicht ärgern lässt sollte womöglich die Finger davonlassen!

Kommentare
  1. […] Game?, Ludonaute, Quined Games und eben auch Sit Down! Das erste Spiel dieses kleinen Verlages war Wiraqocha, das uns bis heute eines der liebsten Ärger-Spiele ist. Danach kamen mit Karnag und Rockwell zwei […]

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