Village

Veröffentlicht: 5. Januar 2012 in Rezensionen
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Village (ursprünglich geplanter Titel in Deutschland: Das Dorf) kam mit einiger Verzögerung Ende 2011 auf den deutschen Markt. Zuvor wurde es auf der Spiel 2011 präsentiert.

In „Village“ geht es, wie der Name schon verrät, um ein Dorf im Mittelalter. Die Spieler repräsentieren jeder eine Familie, die über mehrere Generationen heranwächst und deren Familienmitglieder verschiedenste Funktionen ausüben können.

Neues (inhaltliches) Element ist bei dem Spiel der Tod. Es gibt eine Währung „Zeit“, mit der man viele Aktionen bezahlen kann und einige auch bezahlen muss. Wenn eine gewisse Zeit verbraucht wurde, stirbt ein Familienmitglied der jeweils ältesten Generation.

Zunächst zum Spielaufbau:

Der Spielaufbau besteht aus einem großen Spielplan in der Tischmitte, auf dem das Dorf mit seinen verschiedenen Aktionsmöglichkeiten abgebildet ist. Zudem hat jeder Spieler ein kleines Hof-Tableau, auf dem zu Beginn seine Familienmitglieder stehen, und auf dem er auch sein Getreide lagert. Am Rand des Hof-Tableaus verläuft die Zeit-Leiste.

Neben dem Spielplan liegen bereit: Verschiedene Güter-Plättchen, die weiteren Familienmitglieder, Einflusssteine, ein grüner Beutel sowie ein schwarzer Beutel mit vier Priestern (schwarze Figuren).

Vor jeden Zug werden auf die verschiedenen Aktionsfelder unterschiedlich viele Einflusssteine gelegt. Einflusssteine haben verschiedene Farben und werden im weiteren Spielverlauf zum bezahlen verschiedener Aktionen benötigt. Die Anzahl der Einflusssteine pro Aktionsfeld variiert je nach Anzahl der Spieler.

Danach sind die Spieler reihum am Zug. Der Spielzug eines Spielers sieht immer folgendermaßen aus: Er nimmt von einem der Aktionsfelder einen beliebigen Einflussstein. Dann kann er die entsprechende Aktion ausführen. Es gibt folgende Aktionen:

  • Handwerk: Hier kann der Spieler die verschiedenen Güter Produzieren. Entweder er zahlt dafür mit der vorgegebenen Anzahl Einflusssteine in den entsprechenden Farben,  oder er bildet ein Familienmitglied aus (was Zeit kostet), das von da an immer für eine bestimmte Anzahl „Zeit“ das entsprechende Gut produzieren kann, für das es ausgebildet wurde
  • Markt: Hier beginnt eine Marktrunde, bei der alle Spieler reihum ihre Güter an wartende Kunden verkaufen können. Diese fordern bestimmte Güter ein, die dann am Ende des Spiels Siegpunkte bringen
  • Reise: Hier bereist ein Spieler auf Kosten von Zeit, Einflusssteinen und produzierten Planwagen bis zu 6 Orte außerhalb des Dorfes. Diese bringen bei Besuch sofort verschieden Boni (Einflusssteine, Siegpunkte etc.) und bei der Schlusswertung bekommt man mehr Punkte, je mehr Orte man besucht hat
  • Ratshalle: Hier platzieren die Spieler Familienmitglieder um Privilegien nutzen zu können (Startspieler, gratis Güter etc.) Zudem bringen die Familienmitglieder, die am Spielende in der Ratshalle stehen Siegpunkte entsprechend ihrer Position dort.
  • Ernte: Hier können die Spieler Getreide produzieren, dass man für verschiedene Aktionen oder zum Verkaufen benötigt. Dafür muss mindestens ein Familienmitglied auf dem Hof stehen. Hat man entsprechende Güter vorrätig (Pflug und Pferd bzw. Ochse) kann man bis zu 5 Getreide produzieren
  • Heirat: Hier bekommt man Familienzuwachs. Entweder man nimmt eine neue Figur der nächstjüngeren Generation ins Spiel oder man holt eine Figur vom Spielplan zurück auf den Hof
  • Kirche: Hier kann man Familienmitglieder im schwarzen Beutel platzieren, der für die Kirche steht. Daraus werden am Ende einer Runde 4 Figuren gezogen. Gezogene Priester kommen zurück, gezogene Spielerfiguren werden in die Kirche gestellt, wo sie zum einen Punkte für die Mehrheit in der Kirche bringen und zum anderen am Ende des Spiels entsprechend ihrer Platzierung dort Punkte bringen.

Dies wird solange gemacht, bis keine Einflusssteine mehr auf dem Plan liegen. Dann wird eine Messe abgehalten (wie unter „Kirche“ beschrieben) und es geht in die nächste Runde.

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Der Tod:

Wichtigstes Element im Spiel ist der Tod. Immer wenn nämlich die Zeit abgelaufen ist, stirbt ein Familienmitglied (die ältesten zuerst). Hierbei hat man bei gleich alten Familienmitgliedern die Wahl, welches stirbt. Dabei ist es wichtig wo das Familienmitglied bei seinem Tode platziert war. Es gibt nämlich die Dorfchronik, in der für die verschiedenen Möglichkeiten eine gewisse Anzahl Plätze vorhanden sind. Wenn ein Familienmitglied zum Beispiel im Handwerk tätig war und dann stirbt, kommt es auf den entsprechenden Platz in der Dorfchronik, da es sich quasi im Dorf einen Namen gemacht hat. Diese Plätze sind allerdings begrenzt. Und wenn für eine Entsprechende Funktion kein Feld mehr in der Chronik frei ist, kommt das Familienmitglied in ein anonymes Kirchengrab. Und das möchte man auf jeden Fall vermeiden! Denn die Ruhmreichen Toten in der Dorfchronik bringen in der Schlusswertung einen nicht unerheblichen Anteil der Siegpunkte, die anonymen Toten dagegen bringen garkeinen Punkt.

Wenn entweder die Dorfchronik voll ist oder das letzte anonyme Grab belegt wird, ist das Spiel zu Ende. Dann kommt es zur Schlusswertung. Hierbei bringen Siegpunkte:

  • Die Anzahl der auf Reisen besuchten Orte
  • Die Familienmitglieder in der Ratshalle
  • Die Familienmitglieder in der Kirche
  • Die auf dem Markt bedienten Kunden
  • Die belegten Plätze in der Dorfchronik

Village ist ein hervorragendes Strategiespiel, das nicht zu sehr in die Tiefe geht aber genug Raum zum Nachdenken und Erproben neuer Strategien lässt. Das Thema ist sehr intuitiv umgesetzt, man kann sich direkt in das Spielgeschehen hineinversetzen.

Die grafische Gestaltung ist erste Klasse und das Spielmaterial überzeugt aus dicker Pappe und Holzfiguren bzw. Steinen.

Das einzige, was ganz leicht stört, sind die weißen Aufkleber, mit denen die Generation (1-4) der einzelnen Spielfiguren dargestellt wird. Diese wirken etwas plump auf den Figuren.

Wer noch etwas Geld übrig hat und ein schnell zu erlernendes, vielseitiges Strategiespiel sucht, kann bei „Village“ keinen Fehler machen!

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