Archiv für September, 2014

Typo 2D

Veröffentlicht: 22. September 2014 in Rezensionen
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Ein Spiel für 2 – 6 Spieler

 

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Bei Typo 2D geht es darum, aus Karten mit Buchstaben Wortanfänge zu legen. Der Witz im Spielmechanismus ist jedoch, dass alle Spieler gleichzeitig ihre Karten legen und sich das Spielfeld somit bereits geändert haben kann, bevor man seinen Buchstaben anlegt.

Das Spiel kommt in einer kleinen Schachtel mit 61 Buchstabenkarten und einer Karte zur Auflösung von Unentschieden daher. Die Karten sind quadratisch und die Buchstaben schön bunt dargestellt. Manche Karten haben zusätzliche Symbole, mit denen man im fortgeschrittenen Spiel Sonderaktionen ausführen kann.

Das Spielprinzip ist denkbar einfach: Die Spieler erhalten eine gewisse Anzahl an Karten auf die Hand. Ein Buchstabe wird als Startbuchstabe in die Mitte gelegt und dann geht’s los. Alle Spieler wählen gleichzeitig einen Buchstaben aus, und legen diesen verdeckt vor sich ab. Wenn sich alle Spieler für einen Buchstaben entschieden haben, decken alle Spieler ihre Karte auf. Der Spieler, dessen Buchstabe zuerst im Alphabet kommt, darf seine Karte als erstes anlegen. Beim Anlegen des Buchstabens geht es darum, den Anfang eines Wortes zu bilden.

Welche Art von Wort hier gebildet werden darf sollte vor dem Spiel abgeklärt werden (z.B. keine Eigennamen, keine Städte oder Länder etc.)
Dann legen die anderen Spieler ihre Buchstaben an. Ab dem Zeitpunkt, ab dem 4 Wortanfänge ausliegen, darf man nur noch an diese anlegen, oder zwischen einzelne Buchstaben, die dadurch verbunden werden.

Kann ein Spieler seine Karte nicht anlegen, muss er das längste Wort auf dem Feld nehmen, und die Hälfte der Karten davon auf die Hand nehmen. Gewonnen hat am Schluss der Spieler, der zuerst alle Karten losgeworden ist.

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Ich war zunächst skeptisch, da ich dachte, dass von Wortanfängen kein hoher spielerischer Reiz ausgeht und man keinen besonders ausgeprägten Wortschatz dazu benötigt. Die ersten Partien haben mich jedoch eines Besseren belehrt! Dadurch, dass man an bereits vorhandene Wortanfänge anlegen muss, kommen die grauen Zellen ganz schön ans Arbeiten! Und es ist gleichermaßen interessant und faszinierend, wie aus einem Wortanfang ein ganz anderes Wort entsteht.

Mit der fortgeschrittenen Variante kommen zusätzlich Symbole ins Spiel, die es z.B. ermöglichen,  einen Buchstabe auszutauschen etc. Damit wird das Spiel noch taktischer und bietet einen hohen Wiederspielreiz.

Typo 2D ist ein schönes Spiel für zwischendurch, bei dem man seinen Wortschatz gehörig auffrischen kann. Durch das einfache Spielprinzip kann man es mit der ganzen Familie spielen. Trotzdem hat es eine gewisse taktische Tiefe, da man immer überlegen muss, wie man gegebenenfalls auf Mitspieler reagiert, die einem den Plan mit ihrem Buchstaben vereiteln. Zudem lässt sich Typo 2D auch in jeder Sprache spielen, die lateinische Buchstaben verwendet, somit kann es z.B. hervorragend zum Auffrischen anderer Sprachen verwendet werden.

Coconuts

Veröffentlicht: 5. September 2014 in Rezensionen
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Ein Spiel für 2-4 (oder mehr) Spieler

Coconuts ist ein lustiges  Spiel, bei dem die Spieler versuchen, Kokosnüsse in Becher zu katapultieren. Aufgrund der einfachen Regeln ist es für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet und lässt sich hervorragend zwischendurch spielen.

Das Spielfeld besteht aus gelben und roten Bechern. Diese werden je nach Spielerzahl angeordnet und zwischen die Spieler gestellt. Dabei werden manche Becher ineinander gestellt, sodass die roten Becher zu Beginn von gelben Bechern überdeckt sind.

Jeder Spieler hat ein Tableau, dass er zwischen Becher und Affe legt. Auf diesem sind drei Felder für eroberte Becher abgebildet und eine rote Linie, die der Affe nicht „überschreiten“ darf. Die Affen sind große Kunststofffiguren, deren Arme mit einer Feder versehen sind, sodass man damit die Kokosnüsse wie mit einem Katapult abschießen kann.

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Die Spieler müssen nun reihum versuchen, eine Kokosnuss in einen Becher zu schießen. Gelingt ihnen das, nehmen sie den Becher und platzieren ihn auf ihrem Spielertableau. Wenn dort 3 Becher stehen, werden die nächsten zwei Becher darauf gestellt, sodass eine Pyramide errichtet wird.

Damit die Spieler auch genug Interaktion haben, kann man auch die Becher, die bereits vor anderen Spielern stehen klauen. Dazu muss man diese mit einer Kokosnuss treffen. Außerdem gibt es verschiedene Karten, die es den Spielern z.B. erlauben, zweimal hintereinander zu schießen oder den Mitspieler zwingen, mit verbundenen Augen oder aus weiter Entfernung zu schießen. Auch die roten Becher sind eine Besonderheit, da man nach dem Treffen eines roten Bechers noch einmal schießen darf.

Coconuts besticht durch einfache Regeln und einen ungemein hohen Spaß- und Ärgerfaktor. Das Material ist gut, lediglich die Karten sind sehr dünn und nicht besonders wertig. Wie lange die Affenarme halten, ohne auszuleiern bleibt abzuwarten, bis jetzt machen sie nach mehreren Partien einen unveränderten Eindruck.

Wenn man mehrere Coconuts Spiele besitzt, lässt sich die Spielerzahl beliebig erweitern. So haben wir schon Runden mit 11 Spielern absolviert. Hierbei sollte man allerdings unbedingt darauf achten, dass man eine lustige und kurzweilige Runde hat, da das Spiel bei 11 Spielern rein willkürlich und doch sehr zeitintensiv ist.

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Wer jetzt Lust auf Coconuts bekommen hat, kann momentan noch bis zum 04. Oktober 2014 die abgespeckte Version „Coconuts Duo“ bei Kickstarter finanzieren, allerdings fallen dabei recht hohe Versandkosten an, sodass sich Sammelbestellungen lohnen:

https://www.kickstarter.com/projects/maydaygames/coconuts-duo-crazy-monkey-dexterity-game-for-2-pla

Für alle anderen heißt es „Augen aufhalten“, da Coconuts in Deutschland nur schwer zu bekommen ist.

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Ein Spiel für 3-5 Spieler

Vorab: Dies ist keine Rezension des Spieles Raid & Trade. Ich habe das Spiel selber maßgeblich entwickelt und wäre somit völlig ungeeignet, eine objektive Meinung abzugeben. Dies soll vielmehr eine Vorschau auf das Spiel und seine Mechanismen werden, um das Spiel der deutschsprachigen Spieler-Gemeinschaft näher zu bringen.

Raid & Trade handelt thematisch in einer Zeit nach dem dritten Weltkrieg. Die Spieler schlüpfen in die Rolle verschiedener Charaktere, die im Chaos versuchen zu überleben. Das Ziel ist es, in die sogenannte Goldene Stadt zu gelangen, in der sich wohlhabende Überlebende eingerichtet haben. Um dort hineinzugelangen muss man allerdings bestimmte Anforderungen erfüllen, die zugleich die Siegbedingungen sind.

Das Spielprinzip vereint Aktionspunkt basierte Züge mit interaktivem Handeln und direkter Konfrontation zwischen den Spielern. Ein Glücksanteil ist definitiv vorhanden, da verschiedene Situationen über Würfelwürfe aufgelöst werden.

Das Spielfeld besteht aus 9 quadratischen Feldern, die zusammen die Stadt darstellen. Auf diesen Feldern werden Häuser (repräsentiert durch Hausplättchen) platziert, die es im weiteren Spielverlauf zu plündern gilt. Außerdem findet man auf der Karte noch eine Kirche und einen Schwarzmarkt. Die Straßen sind so angelegt, dass man die Felder in beliebiger Anordnung zu einem 3 x 3 Felder großen Quadrat zusammenlegen kann. Manche Straßen sind durch Barrikaden blockiert.

Das Spielmaterial beinhaltet neben den Stadtfeldern und den Hausplättchen für jeden Spieler ein individuelles Spielertableau, eine individuelle Miniatur sowie einen individuellen, gravierten Kampfwürfel. Zusätzlich erhält jeder Spieler das zu seinem Charakter passende Set der Ausrüstungskarten. Im Spiel sind weiterhin noch Plünderkarten, Ereigniskarten, Situationskarten sowie weitere spezielle Karten und ein Plünder-Würfel enthalten.

Ein wichtiger Bestandteil des Spiels sind die Rohstoffe. Es gibt 8 verschiedene Rohstoffe, die in Form von Plättchen im Spiel enthalten sind:

Wenn ein Spieler am Zug ist, hat er in der Regel 15 Aktionspunkte (AP) zur Verfügung, die er für verschiedene Aktionen ausgeben kann. Er kann sich mit diesen Aktionspunkten zum Beispiel durch die Stadt bewegen, wobei Barrikaden die Anzahl der erforderlichen AP in die Höhe treiben. Man kann auch andere Spieler angreifen, um ihnen Rohstoffe zu stehlen oder mit den anderen Spielern Handeln.

Die Hauptmöglichkeit, an Rohstoffe zu gelangen ist sicherlich das Plündern von Gebäuden, wie der Name des Spiels ja bereits nahe legt. Dazu muss der Spieler mit seiner Figur vor dem entsprechenden Haus stehen und die entsprechende Anzahl an AP bezahlen. Große Häuser sind teurer, bringen aber auch mehr Rohstoffe. Dann wird vom korrespondierenden Stapel eine Plünderkarte aufgedeckt, die den weiteren Verlauf bestimmt. Dabei kann entweder der Plünder-Würfel zum Einsatz kommen, oder auf die Charakterstärke des Spielers Einfluss genommen werden.

Wenn der Plünder-Würfel auf der Karte abgebildet ist, muss der Spieler diesen Würfeln. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 2/3 ist die Plünderung erfolgreich und er erhält Rohstoffe, deren Anzahl auf der Karte angegeben ist. Sollte er nicht erfolgreich sein, bekommt er zwar auch Rohstoffe, jedoch weniger. Auch diese Zahl ist auf der Karte angegeben. Im Falle einer erfolgreichen Plünderung wird das Gebäude aus dem Spiel entfernt, andernfalls verbleibt es auf seinem Platz.

Wenn ein Charakterpunkte-Symbol abgebildet ist, muss der Spieler sich entscheiden, ob er bereit ist den Preis zu zahlen. Jeder Spieler hat nämlich auf seinem Tableau eine Anzeige für seine Charakterpunkte, die von -10 (sehr böse) bis +10 (sehr gut) reicht. Bei einem solchen Gebäude muss er nun eine entsprechende Anzahl von Charakterpunkten in Richtung böse gehen, um die entsprechenden Rohstoffe zu erhalten. Möchte er dies nicht, erhält er keine Rohstoffe, darf aber einen Charakterpunkt in Richtung gut gehen.

Zusätzlich haben alle Plünderkarten noch eine Spezialfähigkeit, die der plündernde Spieler nach einer erfolgreichen Plünderung ausführen kann oder muss, je nach Karte.

Für die so gewonnenen Rohstoffe haben die Spieler verschiedene Verwendungen im Laufe des Spiels. So können sie damit zum Beispiel ihre Ausrüstung bauen. Das bringt ihnen zum einem Fähigkeitspunkte, zum anderen Hat jede Ausrüstung ihre eigen Funktion, die der Spieler im Laufe des Spiels verwenden kann.

Sie können aber auch versuchen, mit Hilfe der Rohstoffe die Aufträge der goldenen Stadt zu erfüllen, von denen immer 3 offen ausliegen.

Außerdem gibt es auf dem Spielplan die bereits genannten besonderen Orte Kirche und Schwarzmarkt. Auf dem Schwarzmarkt können die Spieler bestimmte Rohstoffe eintauschen. In der Kirche gibt es verschiedene Möglichkeiten, seine Charakterpunkte zu verbessern.

Das Spiel kann auf 3 verschiedenen Wegen gewonnen werden:

1. Sieg durch Fähigkeitspunkte: Wenn ein Spieler eine bestimmte Anzahl an Fähigkeitspunkten erreicht, gewinnt er das Spiel.

2. Sieg durch Charakterpunkte: Wenn ein Spieler +10 Charakterpunkte hat, gewinnt er das Spiel.

3. Sieg durch Aufträge: Wenn ein Spieler seinen dritten Auftrag der goldenen Stadt erfüllt, gewinnt er das Spiel.

Allerdings muss man, um zu gewinnen, 20 AP ausgeben. Da man normalerweise zu beginn seines Zuges nur 15 AP erhält, muss man sich über Ausrüstungen oder andere Wege weitere 5 AP beschaffen, um sich zum Gewinner erklären zu können.

Raid & Trade bietet viel Interaktion zwischen den Spielern, da direkter Handel untereinander sowie Angriffe gegen die Mitspieler nötig sind. Ein Glücksfaktor ist sicherlich vorhanden, aber es gibt verschiedene Wege zum Sieg zu gelangen und so kann man auch auf eine Pechsträhne reagieren und einen anderen Weg einschlagen.

Im Laufe der Entwicklung des Spiels haben wir insbesondere Wert auf den Wiederspielreiz gelegt. Jeder der 5 Charaktere hat eigene Ausrüstungsgegenstände, die individuelle Effekte haben. Außerdem wurde aus dem festen Spielplan der modulare Plan, sodass jedes Mal eine andere Landschaft entsteht. Außerdem werden auch die Häuser jedes Mal zufällig verteilt. Zudem gibt es durch die verschiedenen Karten immer andere Ereignisse, die alle Spieler betreffen.

Die Spieldauer beträgt ca. 50 – 90 Minuten, abhängig von der Spielerzahl. Die Wartezeit zwischen den Zügen gering, da ein Zug nicht zu lange dauert und man oft in die Züge anderer Spieler involviert ist.

Die bis zum jetzigen Zeitpunkt fertigen Grafiken machen einen sehr professionellen Eindruck und lassen das Spielthema während des Spiels nicht zu kurz kommen.

Wer also interaktive Spiele mit direkter Konfrontation und Kommunikation untereinander mag, sollte Raid & Trade am Stand von Mage Company ( 3-O 108) auf der Spiel 2014 in Essen ausprobieren kommen!

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