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Ein Spiel für 3-5 Spieler

Vorab: Dies ist keine Rezension des Spieles Raid & Trade. Ich habe das Spiel selber maßgeblich entwickelt und wäre somit völlig ungeeignet, eine objektive Meinung abzugeben. Dies soll vielmehr eine Vorschau auf das Spiel und seine Mechanismen werden, um das Spiel der deutschsprachigen Spieler-Gemeinschaft näher zu bringen.

Raid & Trade handelt thematisch in einer Zeit nach dem dritten Weltkrieg. Die Spieler schlüpfen in die Rolle verschiedener Charaktere, die im Chaos versuchen zu überleben. Das Ziel ist es, in die sogenannte Goldene Stadt zu gelangen, in der sich wohlhabende Überlebende eingerichtet haben. Um dort hineinzugelangen muss man allerdings bestimmte Anforderungen erfüllen, die zugleich die Siegbedingungen sind.

Das Spielprinzip vereint Aktionspunkt basierte Züge mit interaktivem Handeln und direkter Konfrontation zwischen den Spielern. Ein Glücksanteil ist definitiv vorhanden, da verschiedene Situationen über Würfelwürfe aufgelöst werden.

Das Spielfeld besteht aus 9 quadratischen Feldern, die zusammen die Stadt darstellen. Auf diesen Feldern werden Häuser (repräsentiert durch Hausplättchen) platziert, die es im weiteren Spielverlauf zu plündern gilt. Außerdem findet man auf der Karte noch eine Kirche und einen Schwarzmarkt. Die Straßen sind so angelegt, dass man die Felder in beliebiger Anordnung zu einem 3 x 3 Felder großen Quadrat zusammenlegen kann. Manche Straßen sind durch Barrikaden blockiert.

Das Spielmaterial beinhaltet neben den Stadtfeldern und den Hausplättchen für jeden Spieler ein individuelles Spielertableau, eine individuelle Miniatur sowie einen individuellen, gravierten Kampfwürfel. Zusätzlich erhält jeder Spieler das zu seinem Charakter passende Set der Ausrüstungskarten. Im Spiel sind weiterhin noch Plünderkarten, Ereigniskarten, Situationskarten sowie weitere spezielle Karten und ein Plünder-Würfel enthalten.

Ein wichtiger Bestandteil des Spiels sind die Rohstoffe. Es gibt 8 verschiedene Rohstoffe, die in Form von Plättchen im Spiel enthalten sind:

Wenn ein Spieler am Zug ist, hat er in der Regel 15 Aktionspunkte (AP) zur Verfügung, die er für verschiedene Aktionen ausgeben kann. Er kann sich mit diesen Aktionspunkten zum Beispiel durch die Stadt bewegen, wobei Barrikaden die Anzahl der erforderlichen AP in die Höhe treiben. Man kann auch andere Spieler angreifen, um ihnen Rohstoffe zu stehlen oder mit den anderen Spielern Handeln.

Die Hauptmöglichkeit, an Rohstoffe zu gelangen ist sicherlich das Plündern von Gebäuden, wie der Name des Spiels ja bereits nahe legt. Dazu muss der Spieler mit seiner Figur vor dem entsprechenden Haus stehen und die entsprechende Anzahl an AP bezahlen. Große Häuser sind teurer, bringen aber auch mehr Rohstoffe. Dann wird vom korrespondierenden Stapel eine Plünderkarte aufgedeckt, die den weiteren Verlauf bestimmt. Dabei kann entweder der Plünder-Würfel zum Einsatz kommen, oder auf die Charakterstärke des Spielers Einfluss genommen werden.

Wenn der Plünder-Würfel auf der Karte abgebildet ist, muss der Spieler diesen Würfeln. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 2/3 ist die Plünderung erfolgreich und er erhält Rohstoffe, deren Anzahl auf der Karte angegeben ist. Sollte er nicht erfolgreich sein, bekommt er zwar auch Rohstoffe, jedoch weniger. Auch diese Zahl ist auf der Karte angegeben. Im Falle einer erfolgreichen Plünderung wird das Gebäude aus dem Spiel entfernt, andernfalls verbleibt es auf seinem Platz.

Wenn ein Charakterpunkte-Symbol abgebildet ist, muss der Spieler sich entscheiden, ob er bereit ist den Preis zu zahlen. Jeder Spieler hat nämlich auf seinem Tableau eine Anzeige für seine Charakterpunkte, die von -10 (sehr böse) bis +10 (sehr gut) reicht. Bei einem solchen Gebäude muss er nun eine entsprechende Anzahl von Charakterpunkten in Richtung böse gehen, um die entsprechenden Rohstoffe zu erhalten. Möchte er dies nicht, erhält er keine Rohstoffe, darf aber einen Charakterpunkt in Richtung gut gehen.

Zusätzlich haben alle Plünderkarten noch eine Spezialfähigkeit, die der plündernde Spieler nach einer erfolgreichen Plünderung ausführen kann oder muss, je nach Karte.

Für die so gewonnenen Rohstoffe haben die Spieler verschiedene Verwendungen im Laufe des Spiels. So können sie damit zum Beispiel ihre Ausrüstung bauen. Das bringt ihnen zum einem Fähigkeitspunkte, zum anderen Hat jede Ausrüstung ihre eigen Funktion, die der Spieler im Laufe des Spiels verwenden kann.

Sie können aber auch versuchen, mit Hilfe der Rohstoffe die Aufträge der goldenen Stadt zu erfüllen, von denen immer 3 offen ausliegen.

Außerdem gibt es auf dem Spielplan die bereits genannten besonderen Orte Kirche und Schwarzmarkt. Auf dem Schwarzmarkt können die Spieler bestimmte Rohstoffe eintauschen. In der Kirche gibt es verschiedene Möglichkeiten, seine Charakterpunkte zu verbessern.

Das Spiel kann auf 3 verschiedenen Wegen gewonnen werden:

1. Sieg durch Fähigkeitspunkte: Wenn ein Spieler eine bestimmte Anzahl an Fähigkeitspunkten erreicht, gewinnt er das Spiel.

2. Sieg durch Charakterpunkte: Wenn ein Spieler +10 Charakterpunkte hat, gewinnt er das Spiel.

3. Sieg durch Aufträge: Wenn ein Spieler seinen dritten Auftrag der goldenen Stadt erfüllt, gewinnt er das Spiel.

Allerdings muss man, um zu gewinnen, 20 AP ausgeben. Da man normalerweise zu beginn seines Zuges nur 15 AP erhält, muss man sich über Ausrüstungen oder andere Wege weitere 5 AP beschaffen, um sich zum Gewinner erklären zu können.

Raid & Trade bietet viel Interaktion zwischen den Spielern, da direkter Handel untereinander sowie Angriffe gegen die Mitspieler nötig sind. Ein Glücksfaktor ist sicherlich vorhanden, aber es gibt verschiedene Wege zum Sieg zu gelangen und so kann man auch auf eine Pechsträhne reagieren und einen anderen Weg einschlagen.

Im Laufe der Entwicklung des Spiels haben wir insbesondere Wert auf den Wiederspielreiz gelegt. Jeder der 5 Charaktere hat eigene Ausrüstungsgegenstände, die individuelle Effekte haben. Außerdem wurde aus dem festen Spielplan der modulare Plan, sodass jedes Mal eine andere Landschaft entsteht. Außerdem werden auch die Häuser jedes Mal zufällig verteilt. Zudem gibt es durch die verschiedenen Karten immer andere Ereignisse, die alle Spieler betreffen.

Die Spieldauer beträgt ca. 50 – 90 Minuten, abhängig von der Spielerzahl. Die Wartezeit zwischen den Zügen gering, da ein Zug nicht zu lange dauert und man oft in die Züge anderer Spieler involviert ist.

Die bis zum jetzigen Zeitpunkt fertigen Grafiken machen einen sehr professionellen Eindruck und lassen das Spielthema während des Spiels nicht zu kurz kommen.

Wer also interaktive Spiele mit direkter Konfrontation und Kommunikation untereinander mag, sollte Raid & Trade am Stand von Mage Company ( 3-O 108) auf der Spiel 2014 in Essen ausprobieren kommen!

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