Mit ‘Neuheit’ getaggte Beiträge

Kanagawa

Veröffentlicht: 23. Oktober 2016 in Rezensionen
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Ein Spiel für 2-4 Spieler

Cover

In Kanagawa versuchen die Spieler, durch das geschickte Platzieren von Karten das wertvollste Gemälde zu malen, um sich so die Gunst des Meisters zu sichern.

Spielmaterial und -aufbau

Zunächst mal vorweg – Iello hat dieses Jahr das erste mal mehrere Spiele direkt selbst auf deutsch herausgebracht. Das war für mich der Ausschlag, mich bereits im Vorfeld etwas genauer mit den diesjährigen Neuheiten auseinanderzusetzen. Vor allem die unglaublich detailverliebte und schöne Grafik der Spiele hatte es mir schnell angetan. Zu Kanagawa habe ich im Vorfeld nicht so viele Informationen gefunden, sodass ich es auf der Messe ausprobiert habe. Nach einer Partie zu viert haben wir alle beschlossen, das Spiel zu kaufen und bisher bereue ich es nicht.

Details

Hingucker bei Kanagawa sind zum einen die kleinen, hölzernen Farbtöpfe und zum anderen ist es die schöne Bambusmatte, die als Kartenauslage fungiert. Die Karten sind schön detailliert gezeichnet und fügen sich nebeneinander gelegt zu einem großen Gemälde zusammen. Die verschiedenen Diplome und die Startateliers der Spieler sind aus dicker, stabiler Pappe.

Material

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler zufällig eines der Startateliers und 2 Farbtöpfe. Die Diplome werden alle nach Farben sortiert bereitgelegt und auf dem Spielplan wird die erste Reihe mit Karten aufgefüllt.

Aufbau

Spielablauf

Ist ein Spieler am Zug, kann er sich entscheiden, Karten zu nehmen oder abzuwarten. Nimmt er Karten, muss er alle Karten einer Spalte nehmen und bei sich anlegen. Nimmt er keine Karten, ist der nächste Spieler mit seiner Entscheidung an der Reihe. Wenn sich alle Spieler entschieden haben und noch nicht alle Spieler karten genommen haben, wird unter den verbleibenden Karten die nächste Reihe mit Karten aufgefüllt. Dabei ist wichtig, dass manche Karten offen, manche jedoch verdeckt bereitgelegt werden. Je länger ein Spieler also mit dem Nehmen der Karten wartet, desto mehr Karten bekommt er. Es wird allerdings auch immer unwahrscheinlicher, genau die Karten zu bekommen, die man gerne haben möchte. Am Ende einer Runde hat jeder Spieler genau einmal eine Spalte mit Karten genommen.

Das Anlegen der Karten bietet zwei Möglichkeiten: Entweder ich lege sie in mein Atelier (den unteren Bereich meiner Auslage) oder ich lege sie an mein Gemälde (den oberen Bereich) an. Wenn ich sie in mein Atelier lege, erhalte ich verschiedene Boni und/oder neue Farben, die ich malen kann. Um eine Karte an mein Gemälde anzulegen, muss ich die passende Farbe in meinem Atelier haben und einen Farbtopf haben, der in der aktuellen Runde noch nicht verwendet wurde. Manche Gemäldekarten erfordern sogar 2 Farben. Wenn ich zwar einen unbenutzten Farbtopf habe, dieser jedoch auf einer anderen Farbe steht, muss ich ihn zunächst auf die passende Farbe verschieben. Grundsätzlich darf ich auf diese Weise nur einen Farbtopf pro Runde verschieben. Wenn ich auf diese Weise alle meine Karten angelegt habe, ist der nächste Spieler am Zug.

Die Atelierkarten

Es gibt verschiedene Boni, die ich neben den neuen Farben über das Anlegen in meinem Atelierbereich erhalten kann:

  • Siegpunkte für die Schlusswertung
  • Zusätzliche Farbtöpfe
  • Zusätzliche Bewegungen, um Farbtöpfe zu verschieben
  • Die Möglichkeit, eine oder mehrere Karten für spätere Runden auf der Hand zu halten
  • Die Möglichkeit, in der nächsten Runde Startspieler zu werden

Atelier

Die Gemäldekarten

Es gibt 4 verschiedene Gemäldekartenarten, die unterschiedliche Elemente für die Wertung beinhalten

  • Gebäudekarten haben 0 oder 1 Gebäude abgebildet
  • Baumkarten haben 0-3 Bäume abgebildet
  • Charakterkarten haben 0 oder 1 Charakter abgebildet
  • Tierkarten haben 0 oder 1 Tier abgebildet

Zusätzlich gehört jede Karte zu einer der 4 Jahreszeiten.

Gemälde

Diplome

Jedes mal, wenn ein Spieler die Voraussetzungen für ein Diplom beim anlegen einer Karte erfüllt, muss er sich sofort entscheiden, ob er das entsprechende Diplom nehmen möchte. Die Diplome bringen am Ende des Spiels Siegpunkte ein und können andere Boni bringen. Wählt man ein Diplom einer Farbe (z.B. genau 4 Bäume auf dem Gemälde), nimmt man es und darf von dieser Farbe im Spielverlauf kein weiteres Diplom wählen. Nimmt man es nicht (um beispielsweise zu versuchen, das bessere Diplom derselben Farbe zu erlangen), hat man später keine Möglichkeit mehr, dass soeben erreichte Diplom doch noch zu erlangen.

Jahreszeiten und Wertung

Am Spielende erhalten die Spieler zusätzlich zu den Punkten für ihre Karten und Diplome auch Punkte für die längste zusammenhängende Serie von Gemäldekarten derselben Jahreszeit. Gewitterwolken (die man auch als platzierbare Bonusplättchen über einige Diplome bekommen kann) zählen hierbei als Joker. Das Spiel endet, wenn ein Spieler 11 Karten an sein Gemälde angelegt hat, oder wenn der Kartenstapel aufgebraucht ist. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel.

fertig

Fazit

Kanagawa hat mich nicht nur wegen der wunderschönen Aufmachung, sondern auch wegen des einfachen Spielprinzips voll und ganz überzeugt. Die Regeln sind schnell gespielt, das Spiel spielt sich flüssig und mit wenig Downtime. Und trotzdem bietet es genug Möglichkeiten, verschiedene Wege zu gehen. Versucht man, ein möglichst tolles Gemälde einer Jahreszeit zu malen? Oder spielt man viel mehr auf die Diplome? Soll man sein Atelier immer weiter vergrößern, um flexibel zu sein oder läuft einem die Zeit davon? Auch die Tatsache, dass warten mit mehr Karten gelohnt wird, macht es spannend, da man oftmals auf ganz bestimmte Karten warten muss und sich dann entscheiden muss – Karte oder warten? Kanagawa funktioniert mit allen angegebenen Spielerzahlen, für mich entfaltet es seinen Reiz allerdings erst mit 3 oder 4 Spielern, wobei ich es am liebsten zu viert spiele. Wer also ein schnell erklärtes und trotzdem nicht langweiliges Spiel zum günstigen Preis sucht, ist bei Kanagawa genau richtig!

Regel

farben

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Fold-It

Veröffentlicht: 21. Oktober 2016 in Rezensionen
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Ein Spiel für 1-5 Spieler

Cover

In Fold-It versuchen die Spieler ein mit verschiedenen Gerichten bedrucktes Tuch möglichst schnell so zu falten, dass nur noch die auf einer Karte vorgegebenen Gerichte sichtbar sind.

Spielmaterial und Aufbau

Fold-It war auf der diesjährigen Spiel ein Geheimtipp und bereits Donnerstag Nachmittag ausverkauft. Das simple aber geniale Spielprinzip ist genau das richtige für alle Tüftler. Das Spielmaterial besteht aus 5 seidenen Tüchern, die alle mit dem gleichen Muster bedruckt sind, zwei verschiedenen Kartenstapeln (Anfänger & Fortgeschrittene), Sterntoken und hölzernen Fold-It! Scheiben.

Material

Der Spielaufbau ist denkbar einfach: Jeder Spieler erhält 3 Sterntoken und ein Tuch. Von den Holzscheiben werden 1 weniger als Spieler in der Mitte bereitgelegt. Von den Kartenstapeln wird entweder der für Einsteiger oder für Fortgeschrittene bereitgelegt.

Spielablauf

Ein Spieler zählt bis 3 und deckt dann die oberste Karte des Stapels auf. Nun müssen alle Spieler zeitgleich versuchen, ihr Tuch so zu falten, dass nur die auf der Karte abgebildeten Gerichte oben liegen. Dabei darf nur an den graden Kanten gefaltet werden. Wer meint, die richtigen Gerichte „erfaltet“ zu haben, nimmt sich eine der Holzscheiben und legt sie auf sein Kunstwerk. Der Spieler, der am längsten braucht und somit keine Holzscheibe mehr bekommt, muss einen Stern abgeben. Danach wird geprüft, ob alle Spieler auch wirklich das richtige Ergebnis zusammengefaltet haben. Sollt einem Spieler ein Fehler unterlaufen sein, muss auch er einen Stern abgeben. Der Spieler, der zuletzt noch einen oder mehrere Sterne vor sich ausliegen hat, gewinnt das Spiel.

Geschafft

Fazit

Fold-It klingt simpel und ist simpel – zumindest vom Ablauf. Die tatsächliche Umsetzung der Aufgabe ist dagegen auf einen ganz anderen Tuch beschrieben. Interessanterweise gab es bis jetzt nur hop oder top: Die einen lieben das Spiel direkt und wollen eine Runde nach der anderen spielen, während die anderen nach einer Runde entnervt das Handtuch werfen. Wer also hektische Spiele, bei denen abstrakte Vorstellung gefordert wird nicht mag, sollte die Finger von Fold-It lassen. Mir persönlich macht es unheimlich Spaß, auch wenn ich bis jetzt immer Gegner gefunden habe, bei denen ich keine Chance hatte. Auch die Eigenschaften des Stoffs sollte man nicht unterschätzen. Da er doch recht rutschig ist, gehört auch eine kleine Portion Geschicklichkeit dazu, vor allem weil man unter Zeitdruck dazu neigt, nicht so sorgfältig zu falten. Besonders spannend ist es, wenn nur noch 2 Spieler verbleiben (oder man zu zweit spielt), da man dann nicht mehr versuchen kann, einfach nur nicht der Langsamste zu sein. Für mich ein kleines Highlight der Messe und – falls es wieder verfügbar wird – für jeden zu empfehlen, der auf diese Art von Spielen steht.

 

Ende